Schlagwort-Archive: Dialektologie

Gastvorträge im November 2018

Im November finden zwei Gastvorträge in der skandinavistischen Sprachwissenschaft statt, die sich mit Minderheitensprachen beschäftigten. Alle Interessierten sind herzlich willlkommen!

  • Am Freitag, 2. 11., spricht Guro Nore Fløgstad (Universitetet i Sørøst-Norge) zum Thema Skandoromani: Et språk som alle andre? Om blandingsspråk og bruksbasert teori. Skandoromani ist eine einheimische Minderheitensprache in Norwegen und Schweden, die durch den langen und intensiven Sprachkontakt zwischen nordischen Sprachen und Romanes geprägt ist und im Sprachsystem deutliche Züge von beidem aufweist. Es gibt relativ wenig Forschung zum Skandoromani – ein spanndendes Thema!
    Wann: 12–14
    Wo: LS8 201
  • Am Montag, 19. 11., spricht Jürg Fleischer (Philipps-Universität Marburg) zum Thema Georg Wenker und das Dänische: zum Status von Sprachminderheiten im Sprachatlas des Deutschen Reichs. Bei diesem Atlas geht es um ein dialektologisches Mammutprojekt des späten 19. Jahrhunderts, bei dem in allen Schulorten des damaligen Deutschen Reichs Daten zu den jeweiligen Ortsdialekten erhoben worden – nicht nur des Deutschen, sondern in Nord- und Südschleswig auch des Dänischen.
    Wann: 10-12
    Wo: LS1 209a

ATdS 2017

Vom 27. bis zum 29. September 2017 findet in Kiel die 23. Arbeitstagung der Skandinavistik statt, bei der ein recht umfangreiches Programm aus allen Fachteilen geboten wird.

Aus linguistischer Sicht steht Julia Prentice’ Plenarvortrag Infrastruktur för svensk andraspråksforskning (och annan svensk språkforskning). Möten mellan andraspråksforskning och datalingvistik im Vordergrund, der inhaltlich auch Anknüpfungspunkte für die drei Arbeitskreise mit linguistischer Beteiligung bietet.

Der Arbeitskreis Digital Humanities in der Skandinavistik (Leitung: Ruth Sindt und ich) thematisiert neue Chancen, die sich für alle Bereiche der Skandinavistik und der Nordeuropaforschung insgesamt aus der Digitalisierung ergeben. Dazu gehören unter anderem auch Beiträge zu Sprachkorpora, digitaler Editionsphilologie, Metadatenmanagement. Ruth Sindt und ich führen mit einem Beitrag Digital Humanities: Modeerscheinung oder echte Chance? ein.

Aus dem Kieler dans-Projekt hat sich ein Arbeitskreis zu Sprachdidaktik und Zweitspracherwerb ergeben (Leitung: Lisa Tulaja und ich). Hier geht es um unterschiedliche Facetten von (zumeist gesteuertem) Zweitspracherwerb in unterschiedlichen Kontexten. Die Beiträge beschäftigen sich entsprechend mit Spracherwerb in Norwegen, Schweden und Deutschland, mit einem Block von Beiträgen zum schulischen Dänischerwerb in Schleswig-Holstein. Hierzu gehören auch (aus dem dans-Projekt) mein Vortrag mit dem Titel Schulfach Dänisch: Linguistische Anmerkungen zu einem doppelten Kuriosum und Lisa Tulajas Vortrag zu Aussprache im schulischen Dänischunterricht. Fehlerklassifikation und -analyse.

Zusätzlich gibt es einen thematisch offenen Arbeitskreis Sprachwissenschaft (Leitung: Christer Lindqvist und ich) mit ganz unterschiedlichen Beiträgen, unter anderem mein Vortrag Das Südschleswiger Südjütisch im Spiegel der Wenker-Daten. Aus Kiel werden außerdem Sabrina Schütz (Bestandsaufnahme des Südschleswigdänischen aus dialektologischer Perspektive. Forschungsdesign und erste Ergebnisse) und Aileen Urban (Konstruktionsgrammatik und Codeswitching) aus ihrer Arbeit berichten.

 

Vortrag: Monolinguale Irrtümer: Zwei grammatische Kontaktmerkmale in deutsch-dänischen Dialekten und was man von ihnen lernen kann

Am 13. Juni (16.15 Uhr, LS10 401/2) halte ich einen Vortrag im Sprachwissenschaftlichen Kolloquium mit dem Titel Monolinguale Irrtümer: Zwei grammatische Kontaktmerkmale in deutsch-dänischen Dialekten und was man von ihnen lernen kann. Dabei geht es um einen Aspekt der Arbeit im GrammArNord-Projekt, nämlich Reflexe von Sprachkontakt in der Grammatik von Dialekten, die in einer traditionellen Sprachkontaktzone gesprochen werden, also in einem mehrsprachigen Kontext. Solche Dialekte – in diesem Fall das schleswigsche Niederdeutsch und das südlichste Südjütisch – werden häufig aus der Perspektive der einzelsprachlichen Dialektologien gewissermaßen durch die monolinguale Brille betrachtet. Dadurch erscheinen strukturelle Merkmale als vergleichsweise exotisch oder werden in ihrer Funktion und ihrer Entstehung falsch interpretiert, die sich aus einer kontaktlinguistischen bzw. arealen Perspektive sinnvoller beschreiben lassen. Im Vortrag gehe ich auf zwei solcher Merkmale ein.

Gastvortrag Nanna Haug Hilton (Groningen)

Nanna Haug Hilton

Nanna Haug Hilton

Am 22. Mai war Nanna Haug Hilton von der Rijksuniversiteit Groningen zu Gast am ISFAS und hat einen Gastvortrag mit dem Titel Regional dialektnivellering og bokmål: språkforandring i Norge gehalten, der eine Studie zu Stellung und Wandel des Ortsdialekts von Hønefoss (Buskerud) zwischen traditionellen Varianten und regionalen Ausgleichsformen vorstellte. Dabei stand auch die Frage im Fokus, ob der Wandel im Dialekt eher auf Osloer Formen oder aber auf Bokmål als die dominierende Standardvarietät ausgerichtet ist.

Gastvortrag (Lars Zeige, HU Berlin): Nordeuropa in Sprachkarten. Anfänge und Motive

Am 13. und 14. 1. ist Lars Zeige zu Gast in der Kieler Skandinavistik. Lars Zeige ist Germanist und Skandinavist und vertritt in diesem und dem kommenden Semester die Professur für skandinavistische Sprachwissenschaft am Nordeuropa-Institut der Humboldt-Universität zu Berlin.

Bei uns hält er am Sonnabend, 14. 1., 15.35 Uhr im Rahmen des Linguistischen Workshops in diesem Semester zum Thema Nordeuropa in Sprachkarten. Anfänge und Motive, der sich aus fachgeschichtlicher Perspektive mit sprachlicher Kartographie beschäftigt – ein Thema, das für Dialektologie, Kontaktlinguistik und Areallinguistik gleichermaßen interessant ist. Interessierte sind willkommen!