Dänisch als Nachbarsprache (dans): Aussprachekompetenz im schulischen Dänischunterricht

Prof. Dr. Steffen Höder (Projektleitung)
Lisa Tulaja M.Ed. (wissenschaftliche Mitarbeit)

Projektseite bei ResearchGate

Dieses im Rahmen der Lehramtsinitiative CAU-LiB geförderte (Oktober 2015–September 2018) und in enger Abstimmung mit dem IQSH durchgeführte Projekt betritt fachliches Neuland: Eine eigenständige Fachdidaktik Dänisch, die speziell auf den Dänischunterricht an deutschen Schulen ausgerichtet ist, gibt es bislang nicht; theoretische Grundlagen und praktische Ansätze orientieren sich an allgemeinen Fremdsprachendidaktik oder an der Fachdidaktik anderer moderner Fremdsprachen. Im Projekt geht es konkret um die Förderung der Aussprachekompetenz.

Ausgangspunkt ist dabei die Überlegung, dass Dänisch als sprachliches Mittel zur Verständigung zwischen Deutschen und Dänen eigentlich kommunikativ unnötig ist, weil mit Englisch (und unter Umständen sogar Deutsch) andere gemeinsame sprachliche Ressourcen zur Verfügung stehen. Dass dennoch Dänischunterricht an den Schulen angeboten und sogar zunehmend nachgefragt wird, liegt an dem besonderen Wert, der dem Beherrschen der Nachbarsprache in der grenzüberschreitenden Kommunikation zugeschrieben wird; auch die dänische Minderheit in Schleswig-Holstein selbst spielt hier eine Rolle (so auch die Ziele des schleswig-holsteinischen Handlungsplans Sprachenpolitik). Dänischunterricht muss dabei auf ein Kompetenzniveau abzielen, das den Lerner in dänischsprachigen Gesprächen zu einem akzeptablen Partner macht. Hierfür ist neben Faktoren wie der Beherrschung kommunikativer Strategien, dem Umfang des Wortschatzes sowie grammatischem Detailwissen besonders die Aussprachekompetenz entscheidend. Zugleich bereitet jedoch gerade der Erwerb der dänischen Aussprache Schwierigkeiten, weil die dänische Phonetik äußerst komplex ist.

Das Projekt knüpft an den aktuellen Forschungsstand zur dänischen Phonetik, zum Ausspracheerwerb in Zweit- bzw. Fremdsprachen und zur Fehlerschwere an. Folgende Fragestellungen werden untersucht:

  • Welche phonetisch-phonologischen Eigenschaften des Dänischen bieten im L2-Erwerb mit (Nord-)Deutsch als Ausgangssprache ein besonderes Fehlerpotenzial?
  • Wie stark treten erwartbare Fehler in Schüleraussprache tatsächlich auf?
  • Wie bewerten L1-Sprecher des Dänischen verschiedene Fehlertypen in Schüleraussprache im Hinblick auf Verständlichkeit, Akzent und Akzeptabilität der L2-Sprecher?
  • Welche Schlüsse lassen sich für den schulischen Ausspracheunterricht ziehen?

Vor diesem Hintergrund untersucht das Projekt didaktisch sinnvolle Möglichkeiten, relevante phonetische Merkmale des Dänischen im Kontrast zum (Nord-)Deutschen erfolgreich an schleswig-holsteinische Schüler zu vermitteln.

Der Abschlussworkshop zu diesem Projekt (Nordic Research on Accent, Acceptability and Acquisition (NordAc³)) findet im März 2019 statt.

Neuigkeiten Publikationen & Vorträge

Publikationen & Vorträge

  • Höder, Steffen. 2017. Sådan skal det lyde! Fonetikens betydelse för danskundervisningen i tyska skolor. Gastvortrag, Göteborgs universitet, 27. 2. 2017.
  • Höder, Steffen. 2017. Schulfach Dänisch: Linguistische Anmerkungen zu einem doppelten Ku­riosum. Sprachdidaktik und Zweitspracherwerb (Arbeitskreis), 23. Arbeitstagung der Skandinavistik (ATdS 23), Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, 27.–29. 9. 2017.
  • Höder, Steffen. 2016. Dänische Phonetik im Kontrast zu norddeutschen Ausgangsvarietäten beim schulischen Zweitspracherwerb. Kieler Arbeiten zur skandinavistischen Linguistik 1. DOI

    DOI: 10.21941/publ/1323_mod

  • Tulaja, Lisa. 2017. Aussprache im schulischen Dänischunterricht. Fehlerklassifikation und -analyse. Sprachdidaktik und Zweitspracherwerb (Arbeitskreis), 23. Arbeitstagung der Skandinavistik (ATdS 23), Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, 27.–29. 9. 2017.
  • Tulaja, Lisa. 2017. Wichtige Aussprache, unwichtige Fehler. Evidenzbasierte Forschung zur Aussprache im schulischen Dänischunterricht. Poster, 27. DGFF-Kongress: Sprachen lernen integriert – global, regional, lokal, Friedrich-Schiller-Universität Jena, 27.–30. 9. 2017.