Archiv der Kategorie: Abschlussarbeiten

Linguistischer Workshop (Juli 2018)

Am Sonnabend, dem 7. 7., von 10.00 bis 15.00 Uhr findet der Linguistische Workshop des Sommersemesters 2018 statt (LS1 Klaus-Murmann-Hörsaal). Dabei präsentieren und diskutieren Skandinavistik- und Dänischstudierende ihre Arbeit aus den sprachwissenschaftlichen Lehrveranstaltungen. Außerdem hören wir zwei Vorträge: Lisa Tulaja berichtet über ihr Promotionsprojekt, Maike Lemke über ihre abgeschlossene Masterarbeit.

Programm

(Programm: Katja Bethke-Prange)

10.00 Begrüßung (Steffen Höder)
10.05 Seminarberichte (Katja Bethke-Prange, Sabrina Goll, Steffen Höder, Lisa Tulaja, Henrike Fürstenberg)
10.30 Vortrag zum Übersetzungsseminar (Enya Fahrenwaldt)
10.50 Vortrag zum Promotionsprojekt (Lisa Tulaja)
11.10 Ausspracheübung 1
11.20 Pause
11.30 Vortrag zur Masterarbeit: Norwegische Sprachpolitik im Kontext aktueller Zuwanderung (Maike Lemke)
11.50 Postersession 1
12.20 Seminarbericht (Katja Bethke-Prange)
12.30 Ausspracheübung 2
12.40 Pause
12.50 Exkursionsberichte (Haithabu: Saskia Lorenzen; Hansemuseum Lübeck: Pauline Soltau; Danevirke-Museum: Lena Patent; Dybbøl-Historie-Center: Anna Heydorn)
13.30 Postersession 2
14.00 Ausblick auf das WS 2018/19 (Katja Bethke-Prange, Sabrina Goll, Steffen Höder)
14.30 Abschluss

Masterarbeit: Konzeptuelle Metaphern im politischen Diskurs zur Flüchtlingskrise

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/1/19/Boelge_stor.jpg/296px-Boelge_stor.jpgWenn wir über Ereignisse und Sachverhalte in der außersprachlichen Welt sprechen, tun wir das mit Konzepten, die über die bloße Referenz hinaus weiteres leisten: vor allem eine Kategorisierung und Perspektivierung dessen, worauf wir uns beziehen. In vielen Fällen, gerade auch wenn wir über Neuartiges sprechen, sind diese Konzepte Metaphern, übertragen also Bedeutungsaspekte von einem Referenten auf einen anderen. Vanessa Gatzen untersucht in ihrer Masterarbeit die Rolle solcher konzeptuellen Metaphern im politischen Diskurs zur aktuellen Flüchtlingskrise anhand eines Korpus medialer Äußerungen schwedischer Parteien aus den Jahren 2015 und 2016. Dabei zeigt sie auf der Grundlage kognitiv-semantischer Ansätze (insbesondere Blendingtheorie und Framesemantik), wie der politische Diskurs insgesamt, besonders aber auch politische Äußerungen einzelner Parteien auf solchen Metaphern aufbauen und die jeweiligen semantischen Eigenschaften in den Dienst der jeweiligen Argumentation stellen. Ein Beispiel dafür ist die Metapher DRUCK, die die Situation 2015/16 als physikalischem Druck ähnlich konzeptualisiert und mit ähnlichen Metaphern vernetzt ist (WELLE, ANSTIEG, FLUT, …). Zugleich zeigt sie, wie sich während des untersuchten Zeitraums bestimmte Verwendungsweisen dieser Metaphern verfestigen – also Sprachwandel in einem quasiexperimentellen Setting.

Masterarbeit: Digitale Übersetzungsdatenbank Dänisch-Deutsch

Bildergebnis für tysk dansk oversættelseWie übersetzt man richtig aus einer Sprache in eine andere? Was ist die genaue Entsprechung eines Wortes, eines idiomatischen Ausdrucks, einer bestimmten Konstruktion? Welche Kontextfaktoren muss man bei der Suche nach der richtigen Übersetzung berücksichtigen? Das sind Fragen, mit denen sich Übersetzer laufend beschäftigen. Die traditionelle Arbeit mit ein- und zweisprachigen Wörterbüchern ist dabei mühsam und führt auch häufig nur über Umwege zum Ziel.

Abhilfe können digitale Übersetzungsdatenbanken schaffen, die formale und funktionale bzw. semantische Merkmale von Elementen in mehreren Sprachen sammeln, strukturieren und zueinander in Beziehung setzen. Bislang gibt es solche Ressourcen vor allem in der Theorie oder als proof-of-concept-Umsetzung, etwa mit den framesemantisch konzipierten Fußballdatenbanken Kicktionary und Copa 2014 FrameNet Brasil. Inga Esseling hat in ihrer Masterarbeit jetzt eine deutsch-dänische Übersetzungsdatenbank konzipiert, die ebenfalls auf der Framesemantik sowie zusätzlich auf konstruktionsgrammatischen Überlegungen aufbaut. Darin sind viele verschiedene Informationen zu Form und Bedeutung von Wörtern, aber auch lexikalisch nicht oder nur teilweise gefüllten Konstruktionen systematisch miteinander vernetzt und entsprechend auf vielen Wegen auffindbar. Noch Zukunftsmusik, aber wer weiß!

Masterarbeit: Anglizismen in schwedischer Werbesprache

Englisch als globale Lingua franca spielt auch in der einsprachigen Kommunikation im Norden eine unübersehbare Rolle: Entlehnungen aus dem Englischen sind aus dem Wortschatz nicht wegzudenken. Das gilt für die Alltagssprache, aber auch für bestimmte Domänen und Texttypen. Annika Hartwig hat sich in ihrer Masterarbeit mit diesem Thema beschäftigt und den Gebrauch von Anglizismen in der schwedischen Werbesprache untersucht. Dafür hat sie ein Korpus von Anzeigen aus Dagens Nyheter zusammengestellt und analysiert, das als repräsentativ für textbasierte Anzeigen in seriösen Tageszeitungen gelten kann. Dabei zeigt sich, dass die Hypothesen aus der bisherigen Forschung hier großenteils bestätigt werden können, in einigen Bereichen aber auch nicht. Dabei spielen formale Aspekte eine Rolle, etwa die Frage nach der Wortklasse von Entlehnungen und der grammatischen und lautlichen Integration ins Schwedische, aber auch die Bedeutungsseite sowie die kommunikative Funktion der Entlehnungen im werbesprachlichen Kontext.

Bachelorarbeit: Fennizismen im Finnlandschwedischen

Finnland ist offiziell zweisprachig, mit Finnisch und Schwedisch als landesweit verwendeten Amtssprachen; eine Ausnahme bildet das schwedisch einsprachige Åland. Dabei weicht das Finnlandschwedische vom Schwedenschwedischen in manchen Strukturbereichen auffällig ab, insbesondere die gesprochene Sprache der schwedischsprachigen Minderheit. Aus Laiensicht besonders auffällig sind lexikalische Besonderheiten, also Wörter, die im Schwedenschwedischen nicht vorkommen (Finnlandismen). Solche Wörter entstehen in verschiedenen Zusammenhängen, manche von ihnen auch durch den engen Kontakt zum Finnischen, der zur Entlehnung finnischen Wortmaterials führt (Fennizismen).

In ihrer Bachelorarbeit untersucht Eloisa Ruppert anhand einer Korpusanalyse mit Korp, wie häufig solche Fennizismen im Finnlandschwedischen vorkommen und wie sie sich auf verschiedene geographische und kommunikative Kontexte verteilen. Dabei untersucht sie

  • die Regionen Åboland, Nyland, Österbotten und Åland sowie
  • verschiedene Texttypen bzw. Register, nämlich Rechtstexte, Zeitungstexte, Belletristik und gesprochene Sprache.

Die Analyse zeigt, dass die Frequenz von Fennizismen in distanzsprachlicher Kommunikation gering ist und mit zunehmender kommunikativer Nähe ansteigt. Hinzu kommt bei Zeitungstexten und in gesprochener Sprache eine geographische Differenzierung: Geringe Frequenzen weisen Åland und Österbotten auf, in südlicheren Regionen des Festlands liegen die Werte dagegen höher.