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Masterarbeit: Konzeptuelle Metaphern im politischen Diskurs zur Flüchtlingskrise

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/1/19/Boelge_stor.jpg/296px-Boelge_stor.jpgWenn wir über Ereignisse und Sachverhalte in der außersprachlichen Welt sprechen, tun wir das mit Konzepten, die über die bloße Referenz hinaus weiteres leisten: vor allem eine Kategorisierung und Perspektivierung dessen, worauf wir uns beziehen. In vielen Fällen, gerade auch wenn wir über Neuartiges sprechen, sind diese Konzepte Metaphern, übertragen also Bedeutungsaspekte von einem Referenten auf einen anderen. Vanessa Gatzen untersucht in ihrer Masterarbeit die Rolle solcher konzeptuellen Metaphern im politischen Diskurs zur aktuellen Flüchtlingskrise anhand eines Korpus medialer Äußerungen schwedischer Parteien aus den Jahren 2015 und 2016. Dabei zeigt sie auf der Grundlage kognitiv-semantischer Ansätze (insbesondere Blendingtheorie und Framesemantik), wie der politische Diskurs insgesamt, besonders aber auch politische Äußerungen einzelner Parteien auf solchen Metaphern aufbauen und die jeweiligen semantischen Eigenschaften in den Dienst der jeweiligen Argumentation stellen. Ein Beispiel dafür ist die Metapher DRUCK, die die Situation 2015/16 als physikalischem Druck ähnlich konzeptualisiert und mit ähnlichen Metaphern vernetzt ist (WELLE, ANSTIEG, FLUT, …). Zugleich zeigt sie, wie sich während des untersuchten Zeitraums bestimmte Verwendungsweisen dieser Metaphern verfestigen – also Sprachwandel in einem quasiexperimentellen Setting.

Masterarbeit: Digitale Übersetzungsdatenbank Dänisch-Deutsch

Bildergebnis für tysk dansk oversættelseWie übersetzt man richtig aus einer Sprache in eine andere? Was ist die genaue Entsprechung eines Wortes, eines idiomatischen Ausdrucks, einer bestimmten Konstruktion? Welche Kontextfaktoren muss man bei der Suche nach der richtigen Übersetzung berücksichtigen? Das sind Fragen, mit denen sich Übersetzer laufend beschäftigen. Die traditionelle Arbeit mit ein- und zweisprachigen Wörterbüchern ist dabei mühsam und führt auch häufig nur über Umwege zum Ziel.

Abhilfe können digitale Übersetzungsdatenbanken schaffen, die formale und funktionale bzw. semantische Merkmale von Elementen in mehreren Sprachen sammeln, strukturieren und zueinander in Beziehung setzen. Bislang gibt es solche Ressourcen vor allem in der Theorie oder als proof-of-concept-Umsetzung, etwa mit den framesemantisch konzipierten Fußballdatenbanken Kicktionary und Copa 2014 FrameNet Brasil. Inga Esseling hat in ihrer Masterarbeit jetzt eine deutsch-dänische Übersetzungsdatenbank konzipiert, die ebenfalls auf der Framesemantik sowie zusätzlich auf konstruktionsgrammatischen Überlegungen aufbaut. Darin sind viele verschiedene Informationen zu Form und Bedeutung von Wörtern, aber auch lexikalisch nicht oder nur teilweise gefüllten Konstruktionen systematisch miteinander vernetzt und entsprechend auf vielen Wegen auffindbar. Noch Zukunftsmusik, aber wer weiß!

Masterarbeit: Anglizismen in schwedischer Werbesprache

Englisch als globale Lingua franca spielt auch in der einsprachigen Kommunikation im Norden eine unübersehbare Rolle: Entlehnungen aus dem Englischen sind aus dem Wortschatz nicht wegzudenken. Das gilt für die Alltagssprache, aber auch für bestimmte Domänen und Texttypen. Annika Hartwig hat sich in ihrer Masterarbeit mit diesem Thema beschäftigt und den Gebrauch von Anglizismen in der schwedischen Werbesprache untersucht. Dafür hat sie ein Korpus von Anzeigen aus Dagens Nyheter zusammengestellt und analysiert, das als repräsentativ für textbasierte Anzeigen in seriösen Tageszeitungen gelten kann. Dabei zeigt sich, dass die Hypothesen aus der bisherigen Forschung hier großenteils bestätigt werden können, in einigen Bereichen aber auch nicht. Dabei spielen formale Aspekte eine Rolle, etwa die Frage nach der Wortklasse von Entlehnungen und der grammatischen und lautlichen Integration ins Schwedische, aber auch die Bedeutungsseite sowie die kommunikative Funktion der Entlehnungen im werbesprachlichen Kontext.

Masterarbeit: Dänischlernstrategien an der Universität

Nicht alle lernen gleich, auch nicht dieselbe Sprache: Lena Prenzler ist in ihrer Masterarbeit Unterschieden bei den Lernstrategien von Dänischlernern an der Universität auf den Grund gegangen. Dabei hat sie eine Reihe von Variablen untersucht: Verwenden Anfänger andere Strategien als Fortgeschrittene, Männer andere als Frauen, Erfolgreiche andere als Schwächere? Und hängt die Wahl der Strategien mit der Einstellung der Lerner zum Dänischen oder mit der Motivation für den Spracherwerb zusammen?

Dabei ergeben sich zum Teil erwartbare, zum Teil aber auch überraschende Befunde. So greifen Fortgeschrittene Lerner häufiger zu Strategien, die auf die Auseinandersetzung mit authentischen dänischen Texten und natürlichen Kommunikationssituationen hinauslaufen, während Anfänger eher Strategien wählen, die auf das Auswendiglernen sprachlicher Elemente abzielen. Einen ähnlichen Unterschied gibt es zwischen erfolgreicheren und schwächeren Lernern. Zugleich machen die Ergebnisse aber auch deutlich, dass die Zusammenhänge komplex sind, und man einfache Schlüsse (etwa „wer erfolgreich Dänisch lernen will, muss sich möglichst viel natürlichen Kommunikationssituationen aussetzen“) nicht zutreffen müssen – es gibt auch Lernertypen, die sich anders verhalten.

Aufschlussreich ist auch, dass Männer im Durchschnitt häufiger technische Hilfsmittel wie Apps zum Dänischlernen nutzen als Frauen, die dafür häufiger gezielt darauf setzen, Dänischsprachige kennenzulernen. Darüber hinaus neigen Frauen insgesamt mehr zur gezielten Verwendung bestimmter Strategien als Männer.

Als Konsequenz aus ihrer Studie schlägt Lena Prenzler ein Lernstrategietraining vor, das den Lernern die Auswahl unter verschiedenen geeigneten Lernstrategien ermöglicht.

Masterarbeit: schwedischer Akzent im Deutschen

Einen schwedischen Akzent im Deutschen zu erkennen fällt Sprechern, die mit beiden Sprachen vertraut sind, häufig recht leicht; zu benennen, woran man ihn erkennt, ist dagegen ungleich schwerer. Katharina Micheel hat in ihrer Masterarbeit die deutsche und die schwedische Phonologie miteinander verglichen und vor diesem Hintergrund die deutsche Aussprache bei L2-Sprechern mit schwedischer Erstsprache analysiert, und zwar sowohl bei Sprechern in Deutschland mit recht hohem Kompetenzgrad als auch bei Sprechern in Schweden, die im L2-Erwerb weniger weit fortgeschritten sind.

Dabei zeigt sich, dass nicht-zielsprachliche Aussprache wie erwartet vor allem dort auftritt, wo größere Unterschiede in der Phonologie bestehen. Das betrifft zum einen Segmente – die Vokalqualitäten, die stimmlosen Frikative, das stimmhafte [z], Affrikaten wie [ts] und [pf] – aber auch größere lautliche Einheiten, etwa wenn die Probanden Affixe wie -el oder -en schriftnah als Verbindungen von [ə] und Konsonanten realisieren und nicht zielsprachlich korrekt mit den silbischen Konsonanten [l̩ m̩ n̩ ŋ̩]. Insgesamt zeigt sich auch, dass die untersuchten Probanden im Vergleich zu früheren Studien mehr und andere Abweichungen von der zielsprachlichen Norm produzieren – hier lässt sich über Ursachen bislang nur spekulieren.