Strukturelle Analyse der skandinavischen Gegenwartssprachen (Vorlesung und Proseminar)
Leitung gemeinsam mit Sarah Paetzke
FPO 2017: SW 1.1 und SW 1.2
FPO 2025: SW 1.1 und SW 1.2
Das Modul SW 1 umfasst eine Vorlesung (SW 1.1) und ein Proseminar (SW 1.2), die inhaltlich und organisatorisch miteinander verzahnt sind und im gleichen Semester belegt werden müssen. Die Abschlussklausur bezieht sich sowohl auf die Vorlesung als auch auf das Proseminar. Es wird ein Tutorium angeboten.
Voraussetzungen zur Teilnahme sind Sprachkenntnisse wie nach S 2.
Die Teilnahme am Lingvistisk Lø̈rdag ist obligatorisch (Sonnabend, 16. 1., 10–14).
Dieses Modul führt Sie in die Grundlagen der skandinavistischen Linguistik ein, die in den folgenden Modulen weiter ausgebaut und vertieft werden. Am Anfang stehen dabei grundsätzliche Fragen: Was ist Sprache überhaupt? Mit welchen Sprachen beschäftigt sich die Skandinavistik? Warum sprechen wir eigentlich, was wollen wir damit erreichen, und wie tun wir das? Wie funktioniert Linguistik als Wissenschaft, was können wir überhaupt herausfinden, und wie können wir das erreichen?
Zu Beginn setzen Sie sich mit kommunikativen und semiotischen Grundlagen der Linguistik auseinander. Im Fokus steht dann die linguistische Analyse sprachlicher Strukturen. Sie lernen Begriffe und Verfahrensweisen kennen, mit denen Sie solche Strukturen ermitteln, beschreiben und analysieren können – auf lexikalischer, grammatischer und lautlicher Ebene. Dabei geht es immer sowohl um die Form der jeweiligen Strukturen (wie wird etwas ausgedrückt?) als auch um ihre Bedeutung oder Funktion (was wird ausgedrückt?).
In dem Modul wird vorausgesetzt, dass Sie elementare Begriffe der Schulgrammatik kennen und anwenden können.
Namen: Form, Funktion, Herkunft, Wandel (Proseminar)
FPO 2017: SW 2.2
FPO 2025: SW 2.2
Voraussetzungen zur Teilnahme sind Sprachkenntnisse wie nach S 3 sowie das abgeschlossene Modul SW 1, in der Regel außerdem das abgeschlossene Teilmodul SW 2.1.
Die Teilnahme am Lingvistisk Lø̈rdag ist obligatorisch (Sonnabend, 16. 1., 10–14).
Namen sind aus sprachwissenschaftlicher Sicht etwas Besonderes, zum einen weil sie sich oft lautlich, graphisch und grammatisch anders verhalten als andere Wörter, zum anderen aber auch deshalb, weil ihre Funktion vor allem darin besteht, eindeutig auf bestimmte Referenten zu verweisen: individuelle Personen, geographische Objekte, Institutionen, Ereignisse. Zugleich sind Namen aber nicht unbedingt völlig willkürlich gewählt, sondern erlauben Rückschlüsse auf sprachliche und gesellschaftliche Verhältnisse zur Zeit ihrer Entstehung, lassen persönliche und ideologische Hintergründe ihrer Urheber erkennen und reflektieren sprachlichen und außersprachlichen Wandel durch die Zeit.
In diesem Seminar untersuchen wir unterschiedliche Typen skandinavischer Namen aus verschiedenen Blinkwinkeln. Im Mittelpunkt stehen dabei neben kommunikativen und grammatischen Grundlagen die Perspektiven der Soziolinguistik, der historischen Linguistik und der Kontaktlinguistik. Wir nähern uns dem Thema durch eine gemeinsame theoretische Auseinandersetzung und einführende Fallstudien, bevor Sie in eigenen Projekten ausgewählte Namenkomplexe untersuchen.
Vulgært sprog, bandeord og skældsord | Vulgärt språk, svordomar och skällsord (Seminar)
FPO 2017: SW 3, SW 4, SW 5.2, SW 6, SW 7, ME SW 4.1, ME SW 5
FPO 2025: SW 3, SW 4, SW 5, SW 6, SW 7, ME SW 4, ME SW 5
Voraussetzungen zur Teilnahme im Modul SW 3 sind Sprachkenntnisse wie nach S 4 sowie das abgeschlossene Modul SW 2. Voraussetzung zur Teilnahme im Masterstudium sind Sprachkenntnisse wie nach S Int.
Unterrichtssprachen sind Dänisch, Norwegisch und Schwedisch. Bereitschaft zu (unterstützter) interskandinavischer Kommunikation wird erwartet.
Die Teilnahme am Lingvistisk Lø̈rdag ist obligatorisch (Sonnabend, 16. 1., 10–14).
Kan du bande på dit skandinaviske sprog? Forstår du, når du bliver skældt ud – og hvordan det virker? Har du en fornemmelse af, hvilke ord og udtryk der opfattes som vulgære – og hvorfor? Selv om vulgært sprog, bandeord og skældsord ofte er tabuiserede, findes de i alle sprog og samfund. På dette kursus undersøger vi disse sproglige fænomener fra både et funktionelt og et formelt perspektiv: Hvad bruger vi bandeord og skældsord til? Hvordan og frem for alt hvorfor fungerer de? Hvad opfattes som vulgært i et bestemt sprog? Hvad regnes for et bandeord? Og hvilke sproglige midler kan bruges til at krænke andre – og hvorfor netop disse? Vi begynder med at diskutere ”grimt sprog” ud fra et teoretisk perspektiv og sammenligne situationen i Norden med vores erfaringer fra andre samfund. Derefter planlægger, gennemfører og dokumenterer I jeres egne sprogvidenskabelige projekter med fokus på forskellige aspekter af emnet. Kurset afsluttes med, at I præsenterer og diskuterer projekternes resultater.
Kan du svära på ditt skandinaviska språk? Förstår du när du blir utskälld – och hur det fungerar? Har du en känsla för vilka ord och uttryck som uppfattas som vulgära – och varför? Även om vulgärt språk, svordomar och skällsord ofta är tabubelagda finns de i alla språk och samhällen. På den här kursen undersöker vi dessa språkliga fenomen ur både ett funktionellt och ett formellt perspektiv: Vad använder vi svordomar och skällsord till? Hur och framför allt varför fungerar de? Vad uppfattas som vulgärt i ett visst språk? Vad räknas som en svordom? Och vilka språkliga medel kan användas för att kränka andra – och varför just de? Vi börjar med att diskutera ”fult språk” ur ett teoretiskt perspektiv och jämföra situationen i Norden med våra erfarenheter från andra samhällen. Därefter planerar, genomför och dokumenterar ni era egna språkvetenskapliga projekt med fokus på olika aspekter av ämnet. Kursen avslutas med att ni presenterar och diskuterar projektens resultat.
Die Hansezeit und ihre sprachlichen Auswirkungen (Seminar)
FPO 2017: SW 3, SW 4, SW 5.2, SW 6, SW 7, ME SW 4.1, ME SW 5
FPO 2025: SW 3, SW 4, SW 5, SW 6, SW 7, ME SW 4, ME SW 5
Teilnahmevoraussetzung im Modul SW 3 sind Sprachkenntnisse wie nach S 4 sowie das abgeschlossene Modul SW 2. Voraussetzung zur Teilnahme im Masterstudium sind Sprachkenntnisse wie nach S Int.
Die Teilnahme am Lingvistisk Lø̈rdag ist obligatorisch (Sonnabend, 16. 1., 10–14).
Die Hanse, ein Verbund vor allem norddeutscher Handelsstädte, dominierte vom 14. bis ins 16. Jahrhundert den Seehandel über Nord- und Ostsee. In Städten außerhalb ihres eigenen Gebiets unterhielt sie dauerhafte Vertretungen, die in Skandinavien auch die Immigration größerer deutschsprachiger Gruppen mit sich brachten. In der skandinavischen Geschichte steht die Hansezeit für die zunehmende Integration des Nordens in europäische Handelsnetze, aber auch für den Beginn der bis heute engen kulturellen Beziehungen zwischen dem deutsch- und dem skandinavischsprachigen Raum. Damit läutet die Hansezeit auch eine Vielzahl sprachlicher Veränderungen ein, die sich auf den Kontakt mit dem Niederdeutschen zurückführen lassen – von mehrsprachigen Gesellschaften in skandinavischen Städten über die massive Entlehnung niederdeutscher Wörter bis hin zur Prägung der festlandskandinavischen Sprachen durch Effekte des Zweitspracherwerbs durch immigrierte Norddeutsche.
Im Seminar stehen die Auswirkungen der Hansezeit auf die skandinavische Sprachgeschichte im Mittelpunkt. Zu Beginn verschaffen wir uns einen historischen Überblick über die Hansezeit und die hansische Präsenz in Skandinavien. Über die Auseinandersetzung mit früherer Forschung erarbeiten wir uns außerdem das notwendige sprachgeschichtliche Grundlagenwissen, um die sprachlichen Auswirkungen einordnen zu können. In eigenen Projekten untersuchen Sie dann je nach Interesse und Kompetenz ausgewähltes Material, z. B. historische skandinavische Textquellen oder gegenwartssprachliche lexikographische Ressourcen.
Projektarbeit
FPO 2017: SW8.1 und 8.2
FPO 2025: SW 9
Voraussetzung zur Teilnahme sind in der FPO 2017 die bestandenen Module SW 4–7, in der FPO 2025 die bestandenen Module Skandinavistik 4–7.
Die Teilnahme am Lingvistisk Lø̈rdag ist erwünscht (Sonnabend, 16. 1., 10–14).
In diesem Modul entwickeln Sie ein empirisches Forschungsprojekt und führen es durch – je nach individuellen Interessen, Schwerpunkten und Perspektiven. Sie finden nach Absprache ein Thema, das Sie bearbeiten möchten, lesen entsprechende Literatur, konzipieren ein passendes Untersuchungsdesign und arbeiten den Forschungsstand auf. Sie erheben außerdem relevante Daten, analysieren Ihr Material und dokumentieren Ihre Arbeit und Ihre Ergebnisse abschließend aus theoretischer, methodischer und empirischer Perspektive in einer Hausarbeit.
Nach Absprache kann dies auch in Gruppen (max. 3 Studierende) oder im Rahmen eines Praktikums an einem existierenden Forschungsprojekt geschehen. Je nach Interesse können Sie in Ihrem Projekt auch schon Vorarbeiten für eine Masterarbeit leisten.
Forschungskolloquium
Leitung gemeinsam mit Sarah Paetzke und Lisa Tulaja
extracurricular
FPO 2017: SW 8.3
FPO 2025: SW 10
Bei Masterstudierenden und fortgeschrittenen Bachelorstudierenden mit sprachwissenschaftlichem Interesse ist die Teilnahme erwünscht.
Das Forschungskolloquium bietet Gelegenheit, eigene Themen – etwa aus der Arbeit an Seminar- oder Abschlussarbeiten – gemeinsam zu besprechen, aktuelle sprachwissenschaftliche Forschung zu rezipieren und mit eingeladenen Gästen zu diskutieren. Dabei gestalten wir die Themen für das laufende Semester gemeinsam. Das Kolloquium steht allen Interessierten offen.