Sprachwandel und sprachliche Variation (Vorlesung)
FPO 2017: SW 2.1
FPO 2025: SW 2.1
Das Modul SW 2 umfasst eine Vorlesung (SW 2.1) und ein Proseminar (SW 2.2). Die Prüfung bezieht sich sowohl auf die Vorlesung als auch auf das Proseminar. In der Vorlesung sind zwei Prüfungsvorleistungen zu erbringen. Es wird ein Tutorium angeboten.
Voraussetzungen zur Teilnahme sind Sprachkenntnisse wie nach S 3 sowie das abgeschlossene Modul SW 1.
Die Teilnahme am Lingvistisk Lø̈rdag (Sonnabend, 27. 6., 10–14) ist obligatorisch.
Sprache ist nicht nur ein abstraktes Zeichensystem, sondern auch ein soziales Werkzeug. Deshalb wirken sich auch soziale Strukturen und Mechanismen auf Sprache aus: Wir nehmen Moden und Trends auf, reflektieren im Sprachgebrauch veränderte gesellschaftliche Rahmenbedingungen und kommunikative Bedürfnisse, markieren unsere Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe oder distanzieren uns von anderen. In den nordischen Sprachen ebenso wie überall anders spielen solche Faktoren eine entscheidende Rolle dafür, dass die Einzelsprachen keine einheitlichen Systeme darstellen, sondern stark differenziert sind: So sind beispielsweise je nach Region, je nach sozialer Gruppe, je nach Alter, je nach Situation unterschiedliche Formen derselben Sprache gebräuchlich. Gleichzeitig sind die Sprachen ständigem Wandel unterworfen, der sich manchmal schon nach kurzer Zeit, manchmal erst über Jahrhunderte bemerkbar macht. Hier spielen sowohl soziale als auch strukturelle Aspekte eine Rolle. Hinzu kommt der Kontakt zwischen verschiedenen Sprachen, die einander in vielen Konstellationen und auf vielfältige Weise beeinflussen können. Gerade die nordischen Sprachen sind historisch wie gegenwärtig stark durch Sprachkontakte geprägt. Die Vorlesung führt in die Grundlagen von Sprachwandel, innersprachlicher Variation und Sprachkontakt im Kontext der gesellschaftlichen Verankerung von Sprache ein. Dabei werden theoretische Zugänge zur historischen Linguistik, Soziolinguistik und Kontaktlinguistik vermittelt und auf geeignete Fälle in den nordischen Sprachen angewandt.
Englisch in Skandinavien: Fremdsprache, Zweitsprache, Problem? (Seminar)
FPO 2017: SW 3
FPO 2025: SW 3
Voraussetzungen zur Teilnahme sind Sprachkenntnisse wie nach S 4 sowie das abgeschlossene Modul SW 2.
Die Teilnahme am Lingvistisk Lø̈rdag (Sonnabend, 27. 6., 10–14) ist obligatorisch.
Spätestens mit der Ausbreitung des Internets hat sich das Englische als globale Lingua franca etabliert. Diese Entwicklung wirkt sich jedoch nicht überall gleich aus, sondern betrifft beispielsweise kleinere und größere Sprachgemeinschaften in unterschiedlicher Art und in unterschiedlichem Maß. In den skandinavischen Ländern hat sich das Englische von einer typischen Fremdsprache zu einer Zweitsprache gewandelt, die von der Mehrheit der Sprecher:innen in bestimmten Domänen verwendet wird und einen selbstverständlichen Teil des kommunikativen Alltags darstellt. Dies hat Folgen für den Sprachgebrauch, aber auch sprachstrukturelle Effekte – und es stellt die Sprachgemeinschaften vor Herausforderungen.
Im Seminar beschäftigen wir uns vor allem aus sozio- und kontaktlinguistischer Perspektive mit dem Englischen in Skandinavien. In einer ersten Phase erarbeiten wir uns das theoretische Werkzeug, um die heutige Rolle des Englischen in Skandinavien in kommunikativer, sprachsozialer und struktureller Sicht analysieren zu können. Im Anschluss setzen Sie sich in eigenen Projekten mit ausgewählten Aspekten des englisch-skandinavischen Kontakts auseinander.
Experimentell forskningspraktik i bruksbaserad flerspråkighets- och andraspråksforskning (Seminar)
FPO 2017: SW 3, SW 4, SW 5.2, SW 6, SW 7, ME SW 4.1, ME SW 5
FPO 2025: SW 3, SW 4, SW 5, SW 6, SW 7, ME SW 4, ME SW 5
Voraussetzungen zur Teilnahme im Modul SW 3 sind Sprachkenntnisse wie nach S 4 sowie das abgeschlossene Modul SW 2. Das Seminar findet auf Dänisch, Norwegisch und Schwedisch statt; ausnahmsweise kann auch Englisch verwendet werden.
Voraussetzung zur Teilnahme im Masterstudium sind Sprachkenntnisse wie nach S Int.
Die Teilnahme am Lingvistisk Lø̈rdag (Sonnabend, 27. 6., 10–14) ist obligatorisch.
Das Seminar ist ein Projektseminar in Kooperation mit der Universität Göteborg. Der Unterricht findet online (17. 4., 24. 4., 5. 6., jeweils 14−18) sowie im Rahmen eines gemeinsamen Aufenthalts in Göteborg statt (4.−5. 5.; Abfahrt 3. 5. nachmittags, Rückkehr 6. 5. morgens).
Die Reise wird durch den Internationalisierungsfonds der CAU finanziert. Das Seminar ist deshalb bereits im Herbst 2025 angekündigt worden, die Plätze sind vergeben.
Kursen ämnar att kombinera ett teoretiskt bruksbaserat konstruktionsgrammatiskt perspektiv på andraspråksinlärningens kognitiva mekanismer med experimentell forskningspraktik som kan tillämpas för att undersöka dessa mekanismer. Kursen genomförs i samarbete med Institutionen för svenska, flerspråkighet och språkteknologi vid Göteborgs universitet och ges samtidigt för studerande i skandinavistik/danska (Kiel) och för studenter på avancerad nivå i svenska som andraspråk (Göteborg). Deltagarna kommer inom kursens ram att designa och genomföra en experimentell studie, teoretiskt förankrad i bruksbaserad konstruktionsgrammatik, som syftar till att undersöka språkligt beteende och processning hos flerspråkiga individer i både en andraspråkskontext (inlärare av svenska som andraspråk i Sverige) och en främmandespråkskontext (inlärare av nordiska språk i Tyskland).
Variation, Indexikalität und Bewertung (Seminar)
Leitung gemeinsam mit Lisa Tulaja
FPO 2017: SW 3, SW 4, SW 5.2, SW 6, SW 7, ME SW 4.1, ME SW 5
FPO 2025: SW 3, SW 4, SW 5, SW 6, SW 7, ME SW 4, ME SW 5
Teilnahmevoraussetzung im Modul SW 3 sind Sprachkenntnisse wie nach S 4 sowie das abgeschlossene Modul SW 2. Voraussetzung zur Teilnahme im Masterstudium sind Sprachkenntnisse wie nach S Int.
Die Teilnahme am Lingvistisk Lø̈rdag (Sonnabend, 27. 6., 10–14) ist obligatorisch.
Wann immer wir sprechen, übermitteln wir nicht nur sachliche Inhalte an unser Gegenüber, sondern geben zugleich auch relevante Informationen über uns preis: Geographische und soziale Herkunft, Bildungsstand und Erstsprache lassen sich aus unserer Art zu sprechen ableiten. Umgekehrt interpretieren wir auch immer die Sprache unserer Gesprächspartner:innen, ordnen sie in bestehende Kategorien ein und schreiben ihnen u. a. körperliche und charakterliche Eigenschaften zu.
Im Seminar setzen wir uns aus sprachwissenschaftlicher Perspektive mit diesem Aspekt sprachlicher Variation in den skandinavischen Sprachen auseinander. Wir nähern uns dem Thema zunächst gemeinsam aus unterschiedlichen theoretischen Blickwinkeln. Anschließend konzipieren Sie eigene empirische Projekte, in denen Sie ausgewählten Aspekten des Themas im Detail nachgehen.
Skandinavisches in Norddeutschland (praktische Übung)
Leitung gemeinsam mit Lisa Tulaja
FPO 2017: SW 5.1
FPO 2025: SW 8.2
Voraussetzung zur Teilnahme sind Sprachkenntnisse wie nach S Int.
Die Teilnahme am Lingvistisk Lø̈rdag (Sonnabend, 27. 6., 10–14) ist erwünscht.
In dieser Übung geht es darum, die Verwendung skandinavischer Sprachen in Norddeutschland zu untersuchen, Beobachtungen zu systematisieren und Ergebnisse in allgemein verständlicher Form aufzubereiten und zu präsentieren. Dazu gehört einerseits der Gebrauch skandinavischer Sprachen bei bestimmten Sprechergruppen, andererseits aber auch der gezielte Einsatz etwa in der Wissensvermittlung, in der öffentlichen Beschilderung oder im Kontext von Produktinformation und ‑bewerbung. Dabei erwerben und erweitern Sie im Rahmen eigener kleiner Projekte methodische Fähigkeiten in der Erhebung, Analyse und Aufbereitung von Daten und üben sich in der Wissenschaftskommunikation.
Ihre Projekte entwickeln Sie in einem vorgegebenem Rahmen je nach eigenen Vorkenntnissen und Interessen selbst.
Projektarbeit
FPO 2017: SW8.1 und 8.2
FPO 2025: SW 9
Voraussetzung zur Teilnahme sind in der FPO 2017 die bestandenen Module SW 4–7, in der FPO 2025 die bestandenen Module Skandinavistik 4–7.
Die Teilnahme am Lingvistisk Lø̈rdag (Sonnabend, 27. 6., 10–14) ist erwünscht.
In diesem Modul entwickeln Sie ein empirisches Forschungsprojekt und führen es durch – je nach individuellen Interessen, Schwerpunkten und Perspektiven. Sie finden nach Absprache ein Thema, das Sie bearbeiten möchten, lesen entsprechende Literatur, konzipieren ein passendes Untersuchungsdesign und arbeiten den Forschungsstand auf. Sie erheben außerdem relevante Daten, analysieren Ihr Material und dokumentieren Ihre Arbeit und Ihre Ergebnisse abschließend aus theoretischer, methodischer und empirischer Perspektive in einer Hausarbeit.
Nach Absprache kann dies auch in Gruppen (max. 3 Studierende) oder im Rahmen eines Praktikums an einem existierenden Forschungsprojekt geschehen. Je nach Interesse können Sie in Ihrem Projekt auch schon Vorarbeiten für eine Masterarbeit leisten.
Forschungskolloquium
Leitung gemeinsam mit Lisa Tulaja
extracurricular
FPO 2017: SW 8.3
FPO 2025: SW 10
Bei Masterstudierenden und fortgeschrittenen Bachelorstudierenden mit sprachwissenschaftlichem Interesse ist die Teilnahme erwünscht.
Das Forschungskolloquium bietet Gelegenheit, eigene Themen – etwa aus der Arbeit an Seminar- oder Abschlussarbeiten – gemeinsam zu besprechen, aktuelle sprachwissenschaftliche Forschung zu rezipieren und mit eingeladenen Gästen zu diskutieren. Dabei gestalten wir die Themen für das laufende Semester gemeinsam. Das Kolloquium steht allen Interessierten offen.