Wintersemester 2022/23

Strukturelle Analyse der skandinavischen Gegenwartssprachen (Vorlesung, Proseminar)

SW 1.1 und SW 1.2

Das Modul SW 1 umfasst eine Vorlesung (SW 1.1) und ein Proseminar (SW 1.2), die inhaltlich und organisatorisch miteinander verzahnt sind und im gleichen Semester belegt werden müssen. Die Abschlussklausur bezieht sich sowohl auf die Vorlesung als auch auf das Proseminar. Es wird ein Tutorium angeboten (Termine werden rechtzeitig bekanntgegeben).

Voraussetzungen zur Teilnahme sind Sprachkenntnisse wie nach S 2.

Die Teilnahme am Lingvistisk lø̈rdag ist obligatorisch (21. 1., 10−14 s.t.).

Dieses Modul führt Sie in die Grundlagen der skandinavistischen Linguistik ein, die in den folgenden Modulen weiter ausgebaut und vertieft werden. Am Anfang stehen dabei grundsätzliche Fragen: Was ist Sprache überhaupt? Mit welchen Sprachen beschäftigt sich die Skandinavistik? Warum sprechen wir eigentlich, was wollen wir damit erreichen, und wie tun wir das? Wie funktioniert Linguistik als Wissenschaft, was können wir überhaupt herausfinden, und wie können wir das erreichen?

Zu Beginn setzen Sie sich mit kommunikativen und semiotischen Grundlagen der Linguistik auseinander. Im Fokus steht dann die linguistische Analyse sprachlicher Strukturen. Sie lernen Begriffe und Verfahrensweisen kennen, mit denen Sie solche Strukturen ermitteln, beschreiben und analysieren können – auf lexikalischer, grammatischer und lautlicher Ebene. Dabei geht es immer sowohl um die Form der jeweiligen Strukturen (wie wird etwas ausgedrückt?) als auch um ihre Bedeutung oder Funktion (was wird ausgedrückt?).

In dem Modul wird vorausgesetzt, dass Sie elementare Begriffe der Schulgrammatik kennen und anwenden können. In jedem Fall wird die Teilnahme am begleitenden Tutorium empfohlen, in dem neben Übungen zu den behandelten Inhalten auch Gelegenheit gegeben wird, offene Fragen zu klären.

Standarddänisch und Standardschwedisch: Geschichte, Funktion, Herausforderungen (Seminar)

SW 3, SW 5.2, ME SW 4.1, ME SW 5, SW 4, SW 5, SW 6, SW 7

Voraussetzungen zur Teilnahme sind Sprachkenntnisse wie nach S 4 bzw. S/DK 4 sowie SW 2.

Die Teilnahme am Lingvistisk lø̈rdag ist obligatorisch (21. 1., 10−14 s.t.).

Die nordischen Sprachen unterscheiden sich stark, was die Geschichte ihrer Standardvarietäten betrifft: Die Kontinuität der färöischen und der norwegischen Schriftsprache reicht nicht weiter zurück als bis ins 19. Jahrhundert. Das Isländische ist seiner literarischen Geschichte zum Trotz als Nationalsprache lange unbedeutend geblieben. Im Gegensatz dazu setzen die heutigen ostnordischen Standardvarietäten eine nationalsprachliche Tradition fort, die sich mindestens bis in die frühe Neuzeit zurückverfolgen lässt.

In diesem Seminar nehmen wir das Standarddänische und ‑schwedische aus verschiedenen Perspektiven unter die Lupe. Sprachgeschichtlich: Wie haben sich die beiden Standardvarietäten historisch herausgebildet? Welche politischen, technischen, sozialen und kulturellen Faktoren haben diese Entwicklung beeinflusst? Welche Personen und welche institutionellen Akteure waren hier besonders maßgeblich? Sprachstrukturell: Welche lexikalischen, grammatischen, lautlichen Charakteristika unterscheiden die Standardvarietäten vom Nonstandard? Funktional: Wie werden die Standardvarietäten legitimiert? Wer setzt die sprachlichen Normen fest, und wie werden sie durchgesetzt? Zudem setzen wir uns auch mit den Herausforderungen auseinander, vor die sich gerade die heutigen Standardvarietäten gestellt sehen: Wie reagieren sie auf Wandel im Sprachgebrauch? Auf territoriale Variation? Auf die zunehmende Mehrsprachigkeit der Gesellschaft?

In einem einführenden theoretischen Block erarbeiten wir uns einen Überblick über theoretische Begriffe und Modelle, die für die Auseinandersetzung mit diesem Gegenstand zentral sind. Anschließend bearbeiten Sie in eigenen Projekten relevante Fragestellungen zu Gegenwart und Geschichte, zu Sprachstrukturen und sprachsozialen Rahmenbedingungen der beiden Standardvarietäten.

Experimentell forskningspraktik i bruksbaserad flerspråkighets- och andraspråksforskning (Seminar)

SW 3, SW 5.2, ME SW 4.1, ME SW 5, SW 4, SW 5, SW 6, SW 7

Voraussetzungen zur Teilnahme sind SW 2 sowie fortgeschrittene Sprachkenntnisse. Das Seminar findet auf Festlandskandinavisch, insbesondere Schwedisch, und Englisch statt.

Die Teilnahme am Lingvistisk lø̈rdag ist obligatorisch (21. 1., 10−14 s.t.).

OBS: Das Seminar ist ein Projektseminar in Kooperation mit der Universität Göteborg. Der Unterricht findet online (4. 11., 11. 11., 13. 1., jeweils 14−18) sowie im Rahmen eines gemeinsamen Aufenthalts in Göteborg statt (28.−29. 11.; Abfahrt 27. 11. nachmittags, Rückkehr 30. 11. morgens).

Die Reise wird durch den Internationalisierungsfonds der CAU finanziert. Das Seminar ist deshalb ausnahmsweise auf voraussichtlich 8 Kieler Teilnehmer:innen beschränkt (Änderungen aufgrund von Preisschwankungen vorbehalten).

Bei Interesse an der Teilnahme melden Sie sich bitte rechtzeitig per Mail.

Kursen ämnar att kombinera ett teoretiskt bruksbaserat konstruktionsgrammatiskt perspektiv på andraspråksinlärningens kognitiva mekanismer med experimentell forskningspraktik som kan tillämpas för att undersöka dessa mekanismer. Kursen genomförs i samarbete med Institutionen för svenska, flerspråkighet och språkteknologi vid Göteborgs universitet och ges samtidigt för studerande i skandinavistik/danska (Kiel) och för studenter på avancerad nivå i svenska som andraspråk (Göteborg). Deltagarna kommer inom kursens ram att designa och genomföra en experimentell studie, teoretiskt förankrad i bruksbaserad konstruktionsgrammatik, som syftar till att undersöka språkligt beteende och processning hos flerspråkig individer i både en andraspråkskontext (inlärare av svenska som andraspråk i Sverige) och en främmandespråkskontext (inlärare av nordiska språk i Tyskland).

Eigenständiges Forschungsprojekt

SW 8.1 und 8.2

Voraussetzung zur Teilnahme sind die bestandenen Module SW 4, SW 5, SW 6 und SW 7.

Die Teilnahme am Lingvistisk lø̈rdag ist obligatorisch (21. 1., 10−14 s.t.).

In diesem Modul erarbeiten Sie ein empirisches Forschungsprojekt – je nach individuellen Interessen, Schwerpunkten und Perspektiven. Sie finden nach Absprache ein Thema, das Sie bearbeiten möchten, lesen entsprechende Literatur, konzipieren ein passendes Untersuchungsdesign und arbeiten den Forschungsstand auf. Sie erheben außerdem relevante Daten, analysieren Ihr Material und dokumentieren Ihre Arbeit und Ihre Ergebnisse abschließend aus theoretischer, methodischer und empirischer Perspektive in einer Hausarbeit.

Nach Absprache kann dies auch in Gruppen (max. 3 Studierende) oder im Rahmen eines Praktikums an einem existierenden Forschungsprojekt geschehen. Je nach Interesse können Sie in Ihrem Projekt auch schon Vorarbeiten für eine Masterarbeit leisten.

Forschungskolloquium

Leitung gemeinsam mit Anna Hagel und Daniel Volkmann

extracurricular und SW 8.3
Bei Masterstudierenden und fortgeschrittenen Bachelorstudierenden ist die Teilnahme erwünscht.

Das Forschungskolloquium bietet Gelegenheit, eigene Themen – etwa aus der Arbeit an Seminar- oder Abschlussarbeiten – gemeinsam zu besprechen, aktuelle sprachwissenschaftliche Forschung zu rezipieren und mit eingeladenen Gästen zu diskutieren. Dabei gestalten wir die Themen für das laufende Semester gemeinsam. Das Kolloquium steht allen Interessierten offen.