Wintersemester 2018/19

Vorlesung

Einführung in die strukturelle Analyse der nordischen Sprachen

Bachelorvorlesung (alte FPO: SW 1.2/3, muss in Kombination mit dem dazugehörigen Proseminar besucht werden; neue FPO: BA Skandinavistik SW 1.1, BA Dänisch SW 1.1).

Das Modul SW 1 umfasst eine Vorlesung (SW 1.1) und ein Proseminar (SW 1.2), die inhaltlich und organisatorisch miteinander verzahnt sind und im gleichen Semester belegt werden müssen. Die Abschlussklausur bezieht sich sowohl auf die Vorlesung als auch auf das Proseminar. Studierende im BA Dänisch belegen das dänischsprachige Proseminar, Studierende im BA Skandinavistik können entweder das dänischsprachige oder das deutschsprachige Proseminar besuchen.

Voraussetzungen zur Teilnahme sind im BA Skandinavistik die bestandenen Module S 1 und S 2 der Wahlsprache, im BA Dänisch Sprachkenntnisse wie nach S 2 Dänisch.

Dieses Modul führt Sie in die Grundlagen der skandinavistischen Linguistik ein, die in den folgenden Modulen weiter ausgebaut und vertieft werden. Am Anfang stehen dabei grundsätzliche Fragen: Was ist Sprache überhaupt? Mit welchen Sprachen beschäftigt sich die Skandinavistik? Warum sprechen wir eigentlich, was wollen wir damit erreichen, und wie tun wir das? Wie funktioniert Linguistik als Wissenschaft, was können wir überhaupt herausfinden, und wie können wir das erreichen?

Zu Beginn setzen Sie sich mit kommunikativen und semiotischen Grundlagen der Linguistik auseinander. Im Fokus steht dann die linguistische Analyse sprachlicher Strukturen. Sie lernen Begriffe und Verfahrensweisen kennen, mit denen Sie solche Strukturen ermitteln, beschreiben und analysieren können – auf lexikalischer, grammatischer und lautlicher Ebene. Dabei geht es immer sowohl um die Form der jeweiligen Strukturen (wie wird etwas ausgedrückt?) als auch um ihre Bedeutung oder Funktion (was wird ausgedrückt?).

In dem Modul wird vorausgesetzt, dass Sie elementare Begriffe der Schulgrammatik kennen und anwenden können. Sie können Ihr Vorwissen über einen Selbsttest prüfen (verfügbar über OLAT). Gerade bei Schwierigkeiten im Selbsttest wird die Teilnahme am vorbereitenden Tutorium vor Vorlesungsbeginn dringend empfohlen. In jedem Fall wird die Teilnahme am begleitenden Tutorium empfohlen, in dem Sie Gelegenheit haben, offene Fragen zu klären.

Seminar

Dänische Dialekte im Deutschen Reich: Neue Möglichkeiten alter Daten

Bachelor- und Masterseminar (alte FPO: SW 3, SW 4, SW 5.1/2, SW 6.2/3, SW 7.1/2; neue FPO: MA Skandinavistik SW 5.2, SW 7; MEd Dänisch ME SW 5).

Die Teilnahme am Linguistischen Workshop (19. 1.) ist verbindlich.

In diesem Seminar beschäftigen wir uns mit der Situation dänischer Dialekte im damaligen Deutschen Reich, also in der heutigen Region Südjütland/Schleswig. Ausgangspunkt sind die dänischsprachigen Bögen des sogenannten Wenker-Atlasses: Für diesen Dialektatlas wurden Ende des 19. Jahrhunderts in allen Schulorten des Deutschen Reichs Fragebögen in den jeweiligen Ortsdialekten ausgefüllt, also auch dort, wo Sprachen regionaler Minderheiten verwendet wurden. Die so erhobene riesige Datenmenge ist in der deutschen Dialektologie in einer Fülle von Arbeiten untersucht worden, für andere Sprachen liegen aber nur wenige Studien vor. Die dänischen Bögen sind bislang kaum erschlossen.

Anhand des dänischen Wenker-Materials werden wir in kleinen Forschungsprojekten die sprachsoziale Situation im südlichsten Teil des damaligen dänischen Sprachraums sowie die strukturellen Besonderheiten der entsprechenden südjütischen Dialekte kennenlernen und diskutieren. Außerdem setzen wir uns anhand der damaligen Erhebung mit theoretischen und methodischen Aspekten auseinander, auch im Kontrast zu modernen dialektologischen Herangehensweisen. Schließlich werden wir im Seminar einen Teil des Materials digital transkribieren.

Skandinavische Korpora: Fragestellungen und Analysemethoden

Masterseminar (alte FPO: SW 4, SW 5.1/2, SW 6.2/3, SW 7.1/2; neue FPO: MA Skandinavistik SW 4, SW 6; MEd Dänisch ME SW 4.1).

Die Teilnahme am Linguistischen Workshop (19. 1.) ist verbindlich.

Seit einigen Jahren hat Zahl und Qualität verfügbarer skandinavischer Korpora erheblich zugenommen, und auch die Erstellung einer Korpora aus selbst erhobenen oder anders akquirierten Daten ist bedeutend einfacher geworden. Die Ursachen dafür liegen in der stark verbesserten Technik (Korpussoftware, Schnittstellen zu Onlinekorpora), aber auch in der methodischen Weiterentwicklung der Korpuslinguistik, gerade im Bereich der quantitativen Analyse.

Möglichkeiten und Grenzen der Korpusanalyse stehen im Mittelpunkt dieses Seminar. Wir beschäftigen uns mit Fragen wie diesen: Was ist eigentlich ein Korpus? Welchen Vorteil bieten Korpusdaten im Vergleich mit anderen Datentypen, und wann kommen diese Vorteile besonders zur Geltung? Sind Korpora repräsentativ, und wenn ja, wofür? Welche Herausforderungen stellen sich bei der Erstellung eigener, welche bei der Verwendung bereits existierender Korpora? (Wie) Lässt sich eine Fragestellung in eine Korpusabfrage übersetzen? Welche Bedeutung haben technische Aspekte bei der Bearbeitung und der Abfrage von Korpora? Was sagen korpuslinguistische Ergebnisse aus? Welche Maße und statistischen Verfahren sind in der Arbeit mit Korpora besonders wichtig?

Das Seminar ist ein Projektseminar: Sie arbeiten von Anfang an selbständig mit einem Korpus Ihrer Wahl (je nach sprachlichen und thematischen Vorlieben) zu einer jeweils vereinbarten Fragestellung. Dabei wird Ihre Arbeit von gemeinsamen Einheiten begleitet, in denen wir methodische Grundlagen erarbeiten, Operationalisierungen und Analysekriterien diskutieren und quantitative Verfahren kennenlernen.

Wenn Sie bereits vor Seminarbeginn Interesse an einem bestimmten Thema haben, melden Sie sich gern vorher per Mail.