StuTS mit Keynote

Vom 24. bis zum 26. Mai 2018 findet an der CAU Kiel die 63. Studentische Tagung Sprachwissenschaft (StuTS)  statt, eine traditionsreiche linguistische Tagung von Studierenden für Studierende. Dazu gehören auch Vorträge (Keynotes) von Wissenschaftlern der Gastgeberuniversitäten. In diesem Rahmen halte ich einen Vortrag mit dem Titel Der echte Norden? Arealtypologische Anmerkungen zu norddeutschen Varietäten aus skandinavischer Sicht (Abstract hier), am Donnerstag, 24. Mai, 11.00 Uhr in ABG7 E59.

Podiumsdiskussion: Die Universität als mehrsprachige Lebenswelt

Universitäten sind mehrsprachige Institutionen: Hier arbeiten, lernen, lehren und forschen Menschen, die in aller Regel mehrere Sprachen erworben haben oder gerade erwerben, auf unterschiedlichen Niveaus beherrschen und in verschiedenen Kontexten verwenden. Auch an der CAU Kiel treffen Menschen mit unterschiedlichem sprachlichem Hintergrund und unterschiedlichen sprachlichen Bedarfen aufeinander, darunter Menschen mit Fremdsprachenkenntnissen, zweisprachig Aufgewachsene, Migranten, Gastwissenschaftler und Austauschstudierende.

Was das für die Universitäten und ganz besonders die CAU bedeutet, diskutiere ich mit anderen Experten in einer öffentlichen Podiumsdiskussion am 17. Mai, 18.00 bis 20.00 Uhr (OS 75 Hans-Heinrich-Driftmann-Hörsaal). (Ankündigung hier.)

Dabei stellen Inger Petersen und ich auch erste Ergebnisse unserer Studie zur Mehrsprachigkeit an der CAU vor, die auf einer Erhebung im Sommer 2017 basiert.

Stellenausschreibung: studentische/wissenschaftliche Hilfskraft, Forschungsvorhaben

Zum 1. 5. 2018 ist am Institut für Skandinavistik, Frisistik und Allgemeine Sprachwissenschaft (ISFAS), Abteilung Skandinavistik (Skandinavistische Sprachwissenschaft), eine Hilfskraftstelle für 6 Monate zu besetzen.

Die Arbeitszeit beträgt 30 Stunden/Monat (studentische Hilfskraft ohne Abschluss). Bei wissenschaftlichen Hilfskräften mit BA-Abschluss reduziert sich die Arbeitszeit entsprechend dem höheren Gehalt.

Die Hilfskraft unterstützt ein Forschungsvorhaben, in dem es um charakteristische Probleme der Sprachnormierung und der Sprachrichtigkeit geht. Das umfasst vor allem folgende Aufgaben:

  • Erstellung eines Korpus von Texten aus dem Laien-Experten-Diskurs
  • systematische Auswertung metasprachlicher Texte nach einem vorgegebenen Raster
  • weitere unterstützende Tätigkeiten

Vorausgesetzt werden

  • Team- und Organisationsfähigkeit
  • sicherer Umgang mit gängiger Bürosoftware und einfachen Onlinetools
  • sichere Lesefähigkeit im Schwedischen

Bewerbungen von Bachelor- und Masterstudierenden sind erwünscht.

Bitte richten Sie Ihre schriftliche Bewerbung bis Dienstag, 13. 3. 2018, über das Geschäftszimmer Skandinavistik (LS8 218) an Prof. Dr. Steffen Höder. Für Nachfragen erreichen Sie mich am besten per Mail (s.hoeder@isfas.uni-kiel.de).

Abschlussarbeiten 2017/18

Im vergangenen Jahr und im Januar 2018 sind noch weitere Abschlussarbeiten mit meiner Betreuung entstanden:

  • Skam tittel.pngCharlotte Luchner hat sich in ihrer Bachelorarbeit mit norwegischer Jugendsprache in der in ganz Skandinavien überaus populären und von vielen, auch von jugendlichen Zuschauern als authentisch bewerteten NRK-Fernsehserie Skam auseinandergesetzt: Entspricht die Sprache der Protagonisten dem, was aus der norwegischen und internationalen Forschung über Jugendsprache und jugendsprachliche Kommunikation allgemein bekannt ist? Und wie unterscheiden sich verschiedene Figuren in ihrem Gebrauch von Jugendsprache? Solchen Fragen geht die Arbeit auf der Basis einer detaillierten Auswertung von Filmsequenzen nach.
  • Anna Lappnaus Bachelorarbeit vergleicht strukturelle Merkmale zweier deutsch-dänischer Kontaktvarietäten miteinander, nämlich einerseits des sogenannten Petuh und des Angeliter Niederdeutschen. Die Analyse macht deutlich, wie die beiden Varietäten strukturell voneinander divergieren, obwohl in beiden Fällen eigentlich ganz ähnliche Ausgangsbedingungen vorliegen.
  • Sandra Neufeldt beschäftigt sich in ihrer Masterarbeit mit Registervariation im Schwedischen. Dabei überträgt sie Bibers Ansatz, der auf der Identifizierung verschiedener Dimensionen in der Registervariation zunächst einmal im Englischen basiert, auf das Schwedische und überprüft die daraus abgeleiteten Hypothesen mithilfe der Korpuswerkzeugs  Korp an schwedischen Daten, die ein Spektrum an Texttypen und Registern abdecken. Dabei zeigt sie, dass Bibers Modell im Großen und Ganzen anwendbar ist, dass aber zugleich auch Unterschiede im Gesamtbild der Registervariation zwischen Englisch und Schwedisch bestehen.
  • Anna Hagel untersucht in ihrer Bachelorarbeit mithilfe einer korpuslinguistischen Untersuchung ein klassisches Problem der isländischen Syntax, nämlich die Frage, unter welchen Bedingungen ein expletives Subjekt (það) verwendet wird und wann es auch fehlen kann. Dabei liefert ihre konstruktionsgrammatisch fundierte Analyse Hinweise darauf, dass sowohl grammatische als auch kontextuelle Faktoren eine Rolle spielen, sodass Strukturen mit und ohne Expletivum als verschiedene Konstruktionen beschrieben werden müssen.
  • Andrea Winterberg untersucht in ihrer Masterarbeit, wie L2-Lerner in einem frühen Erwerbsstadium im Schwedischen Modalität ausdrücken. Zugrunde liegt eine empirische Studie, in der entsprechende Ausdrücke in strukturierten Interviews in Sprachkursen für Schwedisch als Zweitsprache an der Universität Göteborg elizitiert wurden. Dabei wird deutlich, dass eine Reihe von Faktoren für den Erwerb und die Wahl von Modalitätsmarkern eine Rolle spielt, darunter die Ähnlichkeit zu Strukturen im Englischen als bereits zuvor erworbener L2. Individuelle Unterschiede lassen sich am ehesten dadurch erklären, wie lange die Lerner bereits schwedischsprachigem Input ausgesetzt sind.
  • Bildergebnis für bokmål nynorskMaike Lemke analysiert in ihrer Masterarbeit verschiedene sprachpolitische Aspekte des Verhältnisses zwischen den beiden norwegischen Standardvarietäten Bokmål (einschließlich seiner konservativen Variante Riksmål) und Nynorsk. Dabei betrachtet sie nicht so sehr den (hinlänglich bekannten) sprachgeschichtlichen und ideologischen Hintergrund, sondern vielmehr ganz konkrete rechtliche Rahmenbedingungen, politische Positionierungen und faktisches Regierungshandeln: Wie stellen sich staatliche, parteipolitische und zivilgesellschaftliche Instanzen zu den norwegischen Standardvarietäten? Und wie reagiert die sprachpolitische Konzeption auf aktuelle Probleme wie etwa die Integration von Migranten?

Linguistischer Workshop

Am Sonnabend, dem 13. 1., findet der Linguistische Workshop des Wintersemesters 2017/18 statt. Von 13.00 (s.t.) bis 17.30 Uhr präsentieren Studierende der sprachwissenschaftlichen Hauptseminare in LS1 204 ihre Arbeiten in den Fächern Skandinavistik und Dänisch. Zusätzlich berichten die Lehrenden über aktuelle und künftige Themen. Zu Gast haben wir außerdem Karoline Kühl (Universität Kopenhagen), die einen Vortrag zum Thema Auswandererdänisch in Nordamerika und Argentinien halten wird.

Programm

Block 1
13.00 Begrüßung (Steffen Höder)
13.10 Seminarberichte (Steffen Höder, Sabrina Schütz, Katja Bethke-Prange, Eloisa Ruppert)
13.55 Postersession 1 (Seminare)
14.25 Pause
Block 2
14.40 Übersetzen mit Hilfe von Konstruktionsgrammatik und Framesemantik (Inga Esseling)
15.00 Beitrag aus dem Blockseminar Aussprache im Dänischunterricht (Jana Peters, Mira Wulff)
15.20 Pause
Block 3
15.35 Postersession 2 (Seminare)
16.05 Auswandererdänisch in Nordamerika und Argentinien (Karoline Kühl)
17.05 Ausblick: Sommersemester 2018 (Steffen Höder, Sabrina Schütz, Aileen Urban, Katja-Bethke-Prange)
17.30 Abschluss

Konstruktionsgrammatik på svenska

Entrance hall of Uppsala University main buildingBei der Konferenz Svenskans beskrivning 38 (Uppsala universitet, 25. bis 27. Oktober 2017) habe ich gemeinsam mit Benjamin Lyngfelt (Göteborgs universitet) und Joel Olofsson (Göteborgs universitet/Högskolan Väst) einen thematischen Workshop Konstruktionsgrammatik på svenska geleitet. Dabei wurde im Rahmen verschiedener konstruktionsgrammatischer Ansätze ein breites Spektrum aktueller Fragestellungen mit Bezug zum Schwedischen diskutiert, allen voran von Jan-Ola Östman (ehemals Helsingfors universitet/Helsingin yliopisto), der den Workshop als eingeladener Redner eröffnet hat.

Camilla Wide (Åbo/Turku) und Camilla Lindholm (Helsingfors/Helsinki)

Steffen Höder (Kiel)

Ich selbst habe einen Vortrag mit dem Titel Jahaja nämen vafan – interjektioner som konstruktionsgrammatiska godbitar beigesteuert, in dem ich gezeigt habe, dass schwedische Interjektionen genau wie andere sprachliche Strukturen als (Klassen von) Konstruktionen analysiert werden können, dass dazu aber das konstruktionsgrammatische Beschreibungsinstrumentarium erweitert werden muss, nämlich vor allem auf der Formseite, die durch unterschiedliche Typen von phonologischer Schematizität geprägt ist.

Posterpreis der DGFF für Lisa Tulaja

bild2Beim 27. Kongress der DGFF („Sprachen lernen integriert – global, regional, lokal“) in Jena (27. bis 30. September 2017) ist das Poster Wichtige Aussprache, unwichtige Fehler. Evidenzbasierte Forschung zur Aussprache im schulischen Dänischunterricht von Lisa Tulaja aus meinem Projekt Dänisch als Nachbarsprache mit einem Posterpreis prämiert worden. Herzlichen Glückwunsch!

 

ATdS 2017

Vom 27. bis zum 29. September 2017 findet in Kiel die 23. Arbeitstagung der Skandinavistik statt, bei der ein recht umfangreiches Programm aus allen Fachteilen geboten wird.

Aus linguistischer Sicht steht Julia Prentice’ Plenarvortrag Infrastruktur för svensk andraspråksforskning (och annan svensk språkforskning). Möten mellan andraspråksforskning och datalingvistik im Vordergrund, der inhaltlich auch Anknüpfungspunkte für die drei Arbeitskreise mit linguistischer Beteiligung bietet.

Der Arbeitskreis Digital Humanities in der Skandinavistik (Leitung: Ruth Sindt und ich) thematisiert neue Chancen, die sich für alle Bereiche der Skandinavistik und der Nordeuropaforschung insgesamt aus der Digitalisierung ergeben. Dazu gehören unter anderem auch Beiträge zu Sprachkorpora, digitaler Editionsphilologie, Metadatenmanagement. Ruth Sindt und ich führen mit einem Beitrag Digital Humanities: Modeerscheinung oder echte Chance? ein.

Aus dem Kieler dans-Projekt hat sich ein Arbeitskreis zu Sprachdidaktik und Zweitspracherwerb ergeben (Leitung: Lisa Tulaja und ich). Hier geht es um unterschiedliche Facetten von (zumeist gesteuertem) Zweitspracherwerb in unterschiedlichen Kontexten. Die Beiträge beschäftigen sich entsprechend mit Spracherwerb in Norwegen, Schweden und Deutschland, mit einem Block von Beiträgen zum schulischen Dänischerwerb in Schleswig-Holstein. Hierzu gehören auch (aus dem dans-Projekt) mein Vortrag mit dem Titel Schulfach Dänisch: Linguistische Anmerkungen zu einem doppelten Kuriosum und Lisa Tulajas Vortrag zu Aussprache im schulischen Dänischunterricht. Fehlerklassifikation und -analyse.

Zusätzlich gibt es einen thematisch offenen Arbeitskreis Sprachwissenschaft (Leitung: Christer Lindqvist und ich) mit ganz unterschiedlichen Beiträgen, unter anderem mein Vortrag Das Südschleswiger Südjütisch im Spiegel der Wenker-Daten. Aus Kiel werden außerdem Sabrina Schütz (Bestandsaufnahme des Südschleswigdänischen aus dialektologischer Perspektive. Forschungsdesign und erste Ergebnisse) und Aileen Urban (Konstruktionsgrammatik und Codeswitching) aus ihrer Arbeit berichten.

 

neue Mitarbeiterin: nachhaltige Nutzbarkeit skandinavischer Sprachkorpora

Seit dem 1. 8. 2017 ist Iben Nyholm Debess Mitarbeiterin in einem neuen einjährigen Projekt (Nachhaltige Nutzbarkeit skandinavischer Sprachkorpora), das beim Fachinformationsdienst Nordeuropa angesiedelt ist und unter meiner fachlichen Leitung steht. In diesem Projekt geht es um die Aufbereitung älterer skandinavischer Sprachkorpora, die technisch und inhaltlich auf einen Stand gebracht werden sollen, der den Ansprüchen heutiger Korpuslinguistik an Transkription, Annotation und Dokumentation genügt. Das Projekt arbeitet dabei mit dem Hamburger Zentrum für Sprachkorpora zusammen. Die aufbereiteten Korpora sollen nach Abschluss des Projekts über den Fachinformationsdienst online zugänglich gemacht werden.

Linguistischer Workshop am 8. 7.

Am Sonnabend, dem 8. 7. 2017, findet der Linguistische Workshop dieses Semesters statt. Von 13.00 (s.t.) bis 18.00 Uhr präsentieren Studierende der sprachwissenschaftlichen Hauptseminare in LS1 204 ihre Arbeiten in den Fächern Skandinavistik und Dänisch. Außerdem berichten die Lehrenden über aktuelle und künftige Themen.

Programm

BLOCK 1
13.00 Begrüßung (Steffen Höder)
13.10 Seminarberichte (Steffen Höder, Sabrina Schütz)
13.25 Postersession 1 (Seminare)
13.55 BA-Arbeit (Sarah Luckau)
14.25 Pause
Block 2
14.40 Ausblick: ATdS 2017
14.50 MA-Arbeit (Sandra Neufeldt)
15.20 Postersession 2 (Seminare)
15.50 BA-Arbeit (Anna Hagel)
16.20 Pause
Block 3
16.35 MA-Arbeit (Andrea Winterberg)
17.05 Postersession 3 (Seminare)
17.35 Ausblick: neue Studienordnung (Steffen Höder)
17.45 Ausblick: Zusatzangebote im WS 2017/18 (Katja Bethke-Prange, Lisa Tulaja)
18.00 Abschluss